MERA25 – Gemeinsam für Europäische Unabhängigkeit: Warum Trumps „Befreiungstag“ den Bruch mit dem Imperium dringlicher denn je macht

Am 2. April 2025 erklärte Donald Trump in gewohnt chauvinistischer Manier den sogenannten „Liberation Day“ – und verhängte aggressive Strafzölle gegen Länder auf der ganzen Welt.  Die Symbolik ist klar: Die USA verstehen sich als Befreier vom „ungerechten Handel“, meinen damit aber vor allem die Rückkehr zu einem knallharten, imperialen Wirtschaftsnationalismus, der niemandem dient – außer den Eliten in Washington und Wall Street. Was die USA als „Befreiung“ inszenieren, ist in Wahrheit ein globaler Wirtschaftskrieg gegen alle Staaten, die sich nicht dem US-Diktat unterwerfen wollen. Es ist die Rückkehr zu einem brutalen, imperialen Wirtschaftsnationalismus, der Reichtum nach Washington pumpt – und den Rest der Welt in Abhängigkeit, Armut und Erpressbarkeit hält.

Doch Trumps Zölle sind kein Einzelfall. Sie sind Teil eines längst bestehenden Systems globaler Erpressung. MERA25 warnt seit Jahren: Die USA nutzen ihre Macht – wirtschaftlich, militärisch, ideologisch – um nicht nur Europa, sondern die gesamte Weltordnung nach ihren Interessen zu formen. Wer sich dem nicht unterordnet, wird mit Sanktionen, Destabilisierung oder Krieg überzogen. 

Ob Kuba, Iran, China, Venezuela, Irak, Libyen oder Afghanistan – die US-Imperialmacht hat in den letzten Jahrzehnten – mit europäischer Komplizenschaft – ganze Staaten im Globalen Süden verwüstet und Millionen Menschen das Recht auf ein friedliches, würdevolles Leben geraubt. Unsere Antwort? Europäische Unabhängigkeit! Der Bruch mit dem Imperium. Der Aufbau einer neuen Weltordnung – gerecht, solidarisch und dekolonial.

Was meint MERA25 mit Europäischer Unabhängigkeit?

Europäische Unabhängigkeit bedeutet für uns nicht Isolation, sondern die Absage an imperiale Allianzen. Wir treten ein für eine tief internationalistische Haltung, eine radikal friedliche Außenpolitik und für gerechte Beziehungen zu den Völkern des Globalen Südens.

Für uns ist klar: Die USA sind keine neutrale Großmacht. Sie sind eine imperiale Supermacht, die den Globalen Süden seit Jahrzehnten wirtschaftlich ausbluten lässt, Regionen in Nordafrika und dem Nahen Osten durch Kriege verwüstet hat und selbst Europa durch ökonomische Abhängigkeit und militärische Kontrolle in Geiselhaft hält.

Diese Dominanz geht tiefer: Über multinationale Konzerne, die Blutmineralien aus vom Genozid gezeichneten Regionen wie Sudan und DR Kongo beziehen, über extraktive Lieferketten, die ganze Ökosysteme zerstören, und über eine Dollar-Hegemonie, die den globalen Finanzfluss zugunsten der USA manipuliert. Trumps Sanktionen gegen Staaten wie Kuba, Venezuela oder Iran zeigen: Wer sich dem Imperium widersetzt, wird bestraft.

MERA25 sagt: Damit muss Schluss sein. Europa muss sich befreien – wirtschaftlich, politisch, moralisch.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit: Gegen Erpressung, für Souveränität

Trumps Zölle sind Ausdruck eines Systems, das Europa wirtschaftlich knebelt. Unsere Abhängigkeit reicht von der Tech-Kontrolle durch US-Giganten über ein auf Extraktion basierendes Handelsmodell bis zur strukturellen Rolle des US-Dollars.

MERA25 fordert:

  • Eine europäische Industriepolitik, die auf digitale Souveränität statt Silicon-Valley-Abhängigkeit setzt.
  • Eine solidarische Energieunion mit Nachbarregionen im Süden und Osten, die fossile Ausbeutung im Mittelmeer beendet.
  • Das Ende von Handelsverträgen, die den Globalen Süden in Schuldensysteme zwingen.
  • Schluss mit „grünen“ Technologien auf europäischem Boden, die auf Blutmineralien, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in der DR Kongo oder Sudan beruhen.

Eine unabhängige europäische Wirtschaft muss auf Kreislaufprinzipien, Post-Wachstumsmodellen und echter globaler Gerechtigkeit basieren – nicht auf kolonialer Kontinuität.

Solidarität mit dem Globalen Süden statt Heuchelei

Europa muss sich entscheiden: Will es weiter das westliche Imperium stützen oder Teil einer neuen, global gerechten Ordnung sein?

Trump und Co. zerstören multilaterale Institutionen, blockieren Klimaprozesse, torpedieren die UN. Europa macht mit: durch Migrationsdeals mit Diktaturen, ökonomische Ausplünderung und politische Doppelmoral.

MERA25 fordert:

  • Faire Handelsbeziehungen, die lokale Wertschöpfung ermöglichen
  • Reparationen statt entmündigender Entwicklungshilfe
  • Politische Allianzen auf Augenhöhe statt geopolitischer Patronage

Kulturelle & moralische Unabhängigkeit: Raus aus der Logik der Feindbilder

China als Feind? Venezuela als Diktatur? Der Globale Süden als Sicherheitsrisiko? Diese Narrative kommen nicht aus Europa – sie kommen aus Washington. Und Europa hat sie übernommen, ohne zu hinterfragen.

MERA25 durchbricht diese Logik. Wir erkennen:

  • China ist nicht die Gefahr für den Frieden – es sind die USA mit 750+ Militärbasen weltweit.
  • Es war nicht China, das in dutzende Staaten eingefallen ist – es waren die USA.
  • Friedliche Koexistenz ist möglich – wenn Europa endlich seine moralische Souveränität zurückholt.

Auflösung der NATO: Für ein blockfreies Europa

NATO ist kein Verteidigungsbündnis, sondern ein militärischer Machtapparat. Ein Relikt des Kalten Krieges, das heute neue Frontlinien schafft: gegen Russland, gegen China, gegen jeden Versuch, eine multipolare Welt aufzubauen.

MERA25 fordert:

  • Eine gesamteuropäische Friedensarchitektur, die Russland und Ukraine einschließt
  • Den Abzug aller US-Militärbasen & Atomwaffen aus Europa
  • Das Ende der NATO-Doktrin, die Sicherheit mit Drohung verwechselt

Europa braucht Sicherheit durch Selbstbestimmung, nicht durch Gehorsam gegenüber Washington.

Für eine neue Weltordnung

Trumps Liberation Day steht für das Gegenteil von Befreiung: für eine Weltordnung, in der militärische, ökonomische und digitale Gewalt das letzte Wort haben. MERA25 steht für den Bruch mit dieser Ordnung. Für ein unabhängiges, antikoloniales, solidarisches Europa, das nicht länger Komplize des Imperiums ist – sondern Teil einer neuen globalen Bewegung für Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit.

Jetzt ist die Zeit, den Status quo zu zerbrechen. Jetzt ist die Zeit, die Welt neu zu ordnen.



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