Anlässlich des heutigen Besuchs des israelischen Botschafters in Leipzig haben Mitglieder des Palästinaaktionsbündnisses Leipzig (PAL) Proteste angekündigt. Der Botschafter wurde auf Einladung des Freistaats Sachsen und der Stadt Leipzig empfangen. Geplant ist ein offizieller Empfang durch Oberbürgermeister Burkhard Jung und Ministerpräsident Michael Kretschmer in den Leipziger Messehallen.
Das Bündnis kritisiert den Besuch scharf und wirft dem Staat Israel schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber der palästinensischen Bevölkerung vor. In einer Stellungnahme bezeichnet PAL den Empfang als unangemessen und sieht darin eine politische Unterstützung bestehender Machtverhältnisse.
Nach Angaben der Aktivist:innen solle mit dem Empfang eine langjährige politische Beziehung gewürdigt werden, die aus ihrer Sicht auch militärische Kooperationen umfasst. Besonders kritisch wird dabei die Rolle internationaler Waffenlieferungen betrachtet.
Zudem verweist das Bündnis auf eine kürzlich beschlossene Gesetzesänderung im israelischen Parlament vom 31. März 2026, die die Einführung der Todesstrafe betreffe. Diese Regelung wird von PAL als diskriminierend kritisiert und als Ausdruck struktureller Ungleichheit vor dem Gesetz gewertet.
Im Rahmen der Proteste planen die Aktivist:innen, ihre Anliegen sichtbar in die Leipziger Innenstadt zu tragen. Symbolisch beziehen sie sich dabei auf Darstellungen, die sie mit der aktuellen politischen Entwicklung in Verbindung bringen. Ziel sei es, ein öffentliches Zeichen gegen Unterdrückung und für Menschenrechte zu setzen.
Darüber hinaus kündigt das Bündnis weitere Proteste im Zusammenhang mit einem bevorstehenden Besuch des israelischen Verkehrsministeriums an. Dieser ist im Zeitraum vom 6. bis 8. Mai 2026 geplant, parallel zur Tagung des Internationalen Transportforums der OECD in Leipzig.
In diesem Kontext fordert PAL gemeinsam mit unterstützenden Organisationen ein Ende internationaler Transportkooperationen mit Israel, solange aus ihrer Sicht grundlegende Menschenrechtsstandards nicht eingehalten werden. Transport und Logistik seien nicht neutral, sondern könnten politischen Einfluss haben.
Das Bündnis ruft internationale Transportorganisationen dazu auf, ihre Partnerschaften zu überprüfen und stärker an menschenrechtlichen Prinzipien auszurichten. Gleichzeitig wird die Öffentlichkeit aufgefordert, entsprechende Initiativen und Petitionen zu unterstützen, um politischen Druck aufzubauen.
Möchtest du über die Aktionen von DiEM25 informiert werden? Registriere dich hier




