Brief an die Unterstützer von „Another Europe Is Possible“

DiEM25

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DiEM25 und Another Europe Is Possible haben während des Brexit-Referendums Hand in Hand für ein radikales BLEIBEN gekämpft: Bleiben um zu verändern. Das Ergebnis dieses Referendums ist nicht das, was wir uns gewünscht haben. Aber die Arbeit von DiEM25 in Großbritannien ist damit nicht zu Ende: Im Gegenteil, sie ist jetzt relevanter als je zuvor. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, unsere Mitgliederzahl erweitern und während und nach den Brexit-Verhandlungen eine Schlüsselrolle spielen. Deshalb haben wir gerade den folgenden Brief an die Mitglieder von „Another Europe Is Possible“ geschrieben und sie eingeladen, sich unserer wachsenden transnationalen Bewegung anzuschließen. Durch das Zusammenbringen von pro-europäischen Kräften in Großbritannien werden wir zu einer Kraft, mit der man rechnen muss, während das Establishment in Großbritannien und der EU über die Bedingungen des Austritts streiten. Zusammen müssen wir unseren Kampf für ein anderes Europa fortsetzen. Großbritannien wird und muss ein untrennbarer Teil davon sein.

Liebe Freunde,

vor dem Referendum haben wir zusammengearbeitet, um die Menschen in Großbritannien zu überzeugen, dass ein anderes Europa möglich ist. Wir waren im ganzen Land unterwegs und haben für ein BLEIBEN argumentiert. In Bürgerversammlungen, auf der Straße, im Fernsehen und Radio, in Zeitungsinterviews und Kolumnen haben wir erklärt, dass es möglich ist, sich dem neoliberalen und antidemokratischen Werk der EU entgegenzustellen und gleichzeitig deren Errungenschaften (i.e. Reisefreiheit, Umweltschutz) zu verteidigen, solange wir uns zusammentun und eine pan-europäische, progressive Bewegung bilden.

Am Ende haben wir es nicht geschafft, genügend Wähler zu überzeugen. Aber wir haben viele von ihnen überzeugt, gegen die Bemühungen der offiziellen BLEIBEN-Kampagne des Establishments – der beste Verbündete des Brexit. Diejenigen, die wir vor dem 23. Juni überzeugt haben, fühlen sich jetzt beraubt und denken an Resignation und Schwarzseherei. Es ist unsere Pflicht, ihre Hoffnung wiederzubeleben, so wie es unsere Pflicht ist, für ein anderes Europa zu kämpfen, mit dem Großbritannien untrennbar verbunden sein wird und muss.

Um die Hoffnung derjenigen wiederzubeleben, die geglaubt haben, dass ein anderes Europa möglich ist, ist es unbedingt notwendig, dass eine pan-europäische Bewegung entsteht (von der dieser Glaube verlangt, dass sie zu einer realistischen Option wird). Zum Glück gibt es eine solche Bewegung schon und sie entfaltet sich täglich weiter: Es ist DiEM25, die Bewegung für Demokratie in Europa, mit der eure Organisation schon vor dem Referendum einvernehmlich zusammengearbeitet hat.

Im Prinzip tut DiEM25 seit seiner Gründung am 9. Februar in Berlin in jedem europäischen Land genau das, was „Another Europe Is Possible“ in Großbritannien tut: ein Bündnis von progressiven Kräften formen, die die EU demokratisieren und dazu bringen wollen, für die Interessen der Vielen statt der der Wenigen einzutreten. Es wäre ein natürlicher nächster Schritt für „Another Europe Is Possible“, sich DiEM25 anzuschließen, ein Schritt, der gerade nach dem Brexit noch zweckmäßiger ist.

Am Morgen nach dem Referendum erhielt DiEM25 viele besorgte E-Mails von Einwohnern Großbritanniens, die uns unter andrem fragten, ob sie immer noch Tel von DiEM25 sein können, „jetzt wo Großbritannien nicht mehr in der EU ist“. Wir antworteten, dass DiEm25 noch nie einen Unterschied zwischen EU- und nicht-EU-Staaten gemacht hat. Dass wir von ersten Tag an Mitglieder aus der Schweiz, Serbien, Island, der Türkei und sogar aus Lateinamerika, den USA und Australien aufgenommen haben. Europe ist mehr als die EU und unsere Bewegung ist entschlossen, trotz aller Grenzen und Spaltungen pan-europäisch zu bleiben. Wir glauben, dass diese Ansicht ein Zusammenkommen von „Another Europe Is Possible“ und DiEM25 noch vorteilhafter für beide Organisationen macht – gerade nach dem Brexit.

Schließlich ist DiEM25 eine noch junge Bewegung, die sich gerade formt. Indem ihr euch uns anschließt, könnt ihr eine zentrale Rolle dabei spielen, DiEM25 Form, Gestalt und Inhalt zu geben – gemeinsam mit vielen europäischen Progressiven, die jede Woche beitreten. Die Organisationsstruktur von DiEM25 (wie in unseren Organisationsgrundlagen dargelegt) bevorzugt eine horizontale Ausrichtung und beinhaltet nur ein geringes Maß an zentraler Koordination, im Geiste der sozialen „Open-Source“- Bewegungen, die in den letzten zehn Jahren als Antwort auf die große Krise des Kapitalismus in Europa entstanden sind.

DiEM25 hat bereits mehr als dreitausend Mitglieder in Großbritannien, von denen mindestens tausend aktiv und dynamisiert sind. „Another Europe Is Possible“ mit unseren britischen Mitgliedern zusammenzubringen würde DiEM25 in Großbritannien zu einer führenden Kraft in der Gestaltung der progressiven Agenda, aber auch in der Gestaltung von DiEM25 in ganz Europa machen. Das liegt daran, dass DiEM25 keine Konföderation von nationalen Organisationen oder Gruppen sein will. Wir zeigen unsere Missachtung von Grenzen, indem wir sie überschreiten. In diesem Kontext würden wir euch gern dazu ermutigen, unser Zusammenkommen als Möglichkeit für „Another Europe Is Possible“ zu sehen, sich über den Rest Europas auszuweiten.

Es wäre nachlässig von uns, die emotionale Bindung zu missachten, die wir alle zu den Labels, Logos, Slogans und der Ästhetik einer Bewegung haben, die mit unserer Energie und unserem Einsatz aufgebaut worden ist. Another Europe Is Possible („Ein anderes Europa ist möglich“) ist ein Satz, den DiEM25 in ganz Europa verbreiten möchte. Tatsächlich ist es der beste (und vielleicht der einzige) Weg, die Briten nach dem Brexit zu überzeugen, dass ein anderes Europa möglich ist, wenn wir zusammen, als Bewegung für Demokratie in Europa, alle Europäer davon überzeugen, dass ein anderes Europa möglich ist.

Lasst uns also unsere Kräfte bündeln. Wir haben einen Kontinent zu gewinnen.

Schließt euch uns am 8. Oktober an, wenn wir diese Diskussion mit Another Europe Is Possible auf einer Veranstaltung in Zusammenarbeit mit openDemocracy und der LSE Civil Society und der Human Security Research Unit fortsetzen – hier klicken für weitere Informationen.

 

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