Erik Edman: Assange-Entscheidung ist eine Bedrohung für die Pressefreiheit weltweit

Der politische Direktor von DiEM25 sprach mit der griechischen Tageszeitung Ethnos über die Entscheidung zur Auslieferung von Assange und deren weitere Auswirkungen.

Die schockierende Entscheidung der britischen Regierung, Julian Assange an die Vereinigten Staaten auszuliefern, stellt nach Ansicht des politischen Direktors von DiEM25, Erik Edman, eine Bedrohung für die Pressefreiheit insgesamt dar.

In einem Interview mit der griechischen Zeitung Ethnos fasste Erik Edman seine Gefühle über die jüngste Entscheidung zusammen, die er als „das letzte Kapitel eines langjährigen Komplotts“ bezeichnete.

Dennoch wird die unmenschliche Entscheidung der britischen Innenministerin Priti Patel nicht kampflos akzeptiert werden. Erik bekräftigte, dass es eine Reihe von Aktionen der Zivilgesellschaft geben wird, die auf das ultimative Ziel der Freilassung von Assange hinarbeiten.

Das letzte Kapitel eines jahrzehntelangen Komplotts

„Dies ist im Grunde das jüngste Kapitel einer Geschichte, die nicht erst mit der Inhaftierung von Julian Assange in Großbritannien begann, sondern schon lange vorher, als er in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht suchte“, so Erik gegenüber Ethnos.

„Es geht also mehr als ein Jahrzehnt zurück. Im Kern handelt es sich um ein großes Komplott und einen Rufmordversuch – wenn man auch den Vorwurf der angeblichen Vergewaltigung von Frauen in Schweden berücksichtigt, der nach seiner Inhaftierung fallen gelassen wurde – mit dem Ziel, ihn in ein Guantanamo-ähnliches Gefängnis in den USA zu schicken.“

Mit Blick auf das jüngste Urteil stellt er fest: „Es kommt nicht überraschend, aber es ist eine Tragödie, weil nicht Assange es ist, der wirklich verfolgt wird, sondern letztlich die Pressefreiheit, insbesondere zu einer Zeit, in der die russischen Verbrechen, die wir in der Ukraine sehen, jeden Tag verurteilt werden, und zwar von den USA und ihren NATO-Verbündeten, während zur gleichen Zeit der Mann verfolgt wird, der ähnliche Verbrechen der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan aufgedeckt hat. Hier herrscht also eine erschreckende Heuchelei, und das in einer sehr gefährlichen Zeit“.

Die Hoffnung ist noch nicht verloren

Erik glaubt jedoch, dass trotz der enttäuschenden Entscheidung noch nicht alle Hoffnung verloren ist, da die Zivilgesellschaft noch immer eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung der Gerechtigkeit spielen kann.

„Das Anwaltsteam von Assange wird sich bemühen, die Entscheidung der Innenministerin zu kippen, obwohl die ersten Anzeichen, die wir haben, nicht positiv sind“, sagte er.

„Aber letztendlich waren sie es nie, denn diese Vorgehensweise war vorherbestimmt.

„Was nachweislich Wirkung zeigt, sind Bewegungen und Kampagnen der Zivilgesellschaft in ganz Europa und der Welt, und deshalb organisieren wir derzeit auch einen Massenversand von Briefen von Bürger:innen an Premierminister Boris Johnson.

„Das heißt, wir geben den Menschen weltweit die Möglichkeit, zu fordern, dass Julian Assange nicht an die USA ausgeliefert wird, und damit fordern wir das Vereinigte Königreich auf, sich für die Meinungsfreiheit einzusetzen, nicht nur für die Brit:innen, sondern für alle, denn dieser Fall und die Art und Weise, wie er gehandhabt wurde, hat weltweit große Auswirkungen, sowohl für Journalist:innen als auch für alle demokratischen Bürger:innen.“

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