Yanis Varoufakis: Die Europäer sollten von einem Sieg von Benoit Hamon bei den französischen Präsidentschaftswahlen begeistert sein

Yanis Varoufakis
31.01.2017, Artikel
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von Janis Varoufakis

In einem Fernseh-Talk mit anderen progressiven Politikern aus Frankreich stellte Benoît Hamon vor einigen Jahren den Kern unserer Schwierigkeiten in Europa kurz und knapp heraus: „Es gibt Regierungswechsel [in der EU], aber keine Änderung der Politik.“

Seitdem hat der Sozialist und frühere Bildungsminister politische Konzepte entwickelt, mit denen sowohl die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU als auch das europäische Projekt aus ihrer derzeitigen zerstörerischen sozioökonomischen Spirale befreit werden könnten.

Von seiner Forderung nach einem Grundeinkommen über seinen Vorschlag, humanitäre Flüchtlingsvisas einzuführen, bis zu seinen Ideen für ein repräsentativeres französisches Parlament verkörpert Benoîts Kandidatur die fortschrittlichen und demokratischen Werte, für die auch DiEM25 steht. Benoît gehört zu der wachsenden Zahl progressiver Europäer, die unser Konzept des „konstruktiven Ungehorsams“ als ein Mittel empfohlen haben, um positiven Wandel in Paris und Brüssel auszulösen. Wir alle sollten von der Aussicht, dass Benoît in den Elysée-Palast einzieht, begeistert sein.

Vor einigen Wochen führte ich mit Benoît ein offenes und freimütiges Gespräch in Paris. Seine progressiven Vorschläge würden wir aus Sicht von DiEM25 gerne noch genauer untersuchen (ich glaube zum Beispiel, dass Benoîts Plan für ein Grundeinkommen von unserem eigenen Vorschlag für ein universelles Recht auf Kapitaleinkünfte profitieren könnte). Aber ich war sehr erfreut über unsere Unterhaltung und über Benoîts Bereitschaft, sich mit uns zusammenzuschließen und bei unserem Vorhaben, eine progressive Internationale aufzubauen und die EU vor sich selbst zu retten, an führender Stelle mitzuwirken.

Die Medien haben häufig Benoîts Bewunderung für Muhammad Ali beschrieben – ein Poster des legendären Boxers und Aktivisten hängt in seinem Büro. Und ich finde das passt ziemlich gut zur aktuellen politischen Landschaft und zu den Kommentaren über Benoîts Chance, der nächste französische Präsident zu werden.

Bon courage, Benoît! Wie schon Ali sagte:
„Die Unmöglichkeit ist keine Tatsache. Sie ist eine Meinung. Die Unmöglichkeit ist keine Feststellung. Sie ist ein Wagnis.
Unmöglich hat Potenzial. Unmöglich ist vorläufig. Unmöglich ist nichts.”

 

Foto: Libération

 

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